Es demnächst mal wieder die Qual der Wahl an, Vertragsverlängerung beim Mobiltelefon. Mittlerweile dürfte es bereits die 6. Verlängerung sein, jedesmal mit einem neuen Endgerät. Vor 10 Jahren hat man noch die Neuerungen jeder neuen Handy-Generation richtig gemerkt, am ehesten beim Gewicht (mein erstes Handy,ein
Nokia 1610, wog noch ca 300 Gramm, dessen Nachfolger in meiner Tasche, ein
Siemens S25, nur noch 130 Gramm.
Bei den Tarifen, die von T-Mobile (damals noch Telekom) seitdem angeboten wurden, haben sich leider nicht im gleichen Maß die Preise geändert. Kostete 1997 eine Minute noch 69 Pfennig (in einem Telly Tarif), so verlangt T-Mobile heutzutage in den Relax-Tarifen bei vergleichbaren Grundpreisen immer noch 29 Cent pro Minute. Man könnte doch meinen, daß die Kosten für die Infrastruktur für ein Telefonat wesentlich gesunken sind bei einer gleichzeitigen vergrösserten Nachfrage (der grosse Handy-Boom war ja erst 2000/2001). Nein, ein einfaches Telefonat ist -- wenn man die Minutenpreise anschaut -- immer noch unbezahlbar.
Dabei geht es ja billiger. Selbst T-Mobile bietet prepaid-Tarife an, bei denen keine Grundgebühren anfallen und wo eine Minute in ein beliebiges Netz (Festnetz wie auch Mobilfunknutze) "nur" noch 19 Cent kostet. Von den (Prepaid)-Biliganbietern mit momentan 9 Cent pro Minute in alle Netze mal ganz zu schweigen. Wenn ich daher mal grosszügigerweise die Grundgebühr einzig als Ratenzahlung für mein verbilligtes Endgerät ansehe, verlangt die T-Mobile 300% des Minutenpreises von
Congstar (die das gleiche Netz nutzen wie T-Mobile).
Gearscht sind Vertragskunden: Zuerst binden sie sich für 24 Monate (und können von eventuell sinkenden Preisen während der Vertragslaufzeiten nicht profitieren), zum anderen werden Mondpreise verlangt.
Ich überlege mir daher ernsthaft, ob ich nach mehr als 10 Jahren bei dem Rosa Riesen meinen Vertrag kündige; der Billigheimer Congster bietet Rufnummer-Portierung und die Möglichkeit, online die Karte aufzuladen. Das Goodie "keine Mindestvertragslaufdauer" gibt es noch oben drauf.
Offenbar zählt die Bestandskundschaft nicht mehr, höchstens als Melkkuh.